Tansanit- und Tsavorit-Fundstelle in Tansania Mererani Hills

Etwa 8 km südlich vom Internationalen tansanischen Airport KIA erstreckt sich eine 2 x 4 km breites Band des einzigen Tansanit Vorkommens mit guter und sehr guter Qualität. Andere Vorkommen aus Pakistan und aus Österreich von der Saualpe (=Saualpit) sind kleine und kleinste Vorkommen von sehr schlechter Qualität vor allem farblich.

Das abgesperrte Abbaugebiet wurde 1990von der damaligen Regierung in 4 Abschnitte unterteilt. Diese Blöcke sind als Blöcke A bis D in den Mererani Hills bekannt und wurden verschiedenen Gruppen zugeteilt: Die Blöcke A und C wurden ausländischen Investoren zugeteilt, während B und D von Einheimischen abgebaut werden können. Neben dem bekanntesten Block C, der von „Tansanite One“ abgebaut wird und 800 Meter Tiefe erreicht ist der  Block D der sogenannte „Karo Pit“ kleiner und nur ungefähr 200 Meter tief. Die Besonderheit ist aber das hier weitere schöne Mineralien abgebaut werden – vor allem Tsavorit, wenn auch seltener in schönen Kristallen, sondern in derben Stücken, aber eben auch schleifbar.

Es gibt einige Varianten des Namens Mererani: Deswegen gibt es auch die Begriffe Merelani und Mirerani usw. (der Name stammt von einer Akazienbaumart).

Wie fast überall wo Bergbau betrieben wird, ist die Gegend eher nicht so schön:

Am Eingangstor: Ohne vorherige Anmeldung geht nichts:

Der Abraum wird überall unsystematisch am Wegesrand verteilt.

Nicht nur in Madagaskar gibt es Chamäleons…

Noch einmal abgezäunt…

Und noch mal ein Tor…

Da wären wir:

Das ist der Eingangsschacht. Dieser muss natürlich überdacht sein. Beim Monsun (=Jahreszeitlich wiederkehrende Regenzeit) kann das natürlich vorkommen das der Schacht zuläuft – vor allem wenn der das Abraummaterial immer in der Nähe der Mine verteilt wird. Damit wird der Boden um den Schacht trichterförmig immer höher. Man kommt dann auch nicht mehr so schnell heraus... es hat schon mehrere tödliche Unglücke gegeben. Der Schacht und die Quergänge verschlammen dann auch derart (getrocknet ist der Schlamm steinhart!), dass man neue Gänge graben muss. Die Sandsäcke haben also auch einen Sinn…

Außen um die Anlagen wird eine Art Damm gezogen:

Die Lüftungsanlage läuft nicht. Das bedeutet, dass wir wegen Grubengase nicht weit reingehen können.

Gummiband und Taschenlampe müssen als Stirnlampe herhalten.

Und ab geht’s nach unten

Dürftige Ausbeute: Muttergestein mit nicht schleifwürdigen Tsavoriten (grün): Allerhöchstens Cabochonware

Es gibt aber noch andere kleine Minenlöcher nebeneinander:

Immer schön abgetrennt wegen des Diebstahls:

Im Abraum findet sich oft noch verwertbares oder schleifwürdiges Material.

…und zurück geht’s wieder.

Das verstaubte Material kann auch noch mal gewaschen werde. Die farbigen Edelsteine leuchten dann heraus…

Die herausgebrochenen Steine sind seht scharfkantig (nicht abgerundet wie im Flußbett oder in der Kiesgrube= alluviale Vorkommen), sodass man sich schnell noch ein netter Platten holen kann.

…aber auch schnell repariert.

 

Und vor allen nochmal tanken hier: es gibt hier sehr wenig Tankstellen

Tsavorit 1,13ct

Tsavorit 1,19ct

Tansanite-Reihe rund 7 bis16 mm

Im Augenblick (Stand April 2022) ist es sehr schwer möglich Tansanite in Arusha oder anderenorts günstig zu erwerben. Alle exportierten Tansanite werden in Mererani zollmäßig abgewickelt: 1. Bezahlung der Royality = Abgabe an den Staat für erhaltene Bodenschätze und 2. für das Maldini (= aus dem Arabischen /Versieglung der gekauften Ware).

Rohe Fundstücke bis zum fertigen Schmuck.