Saphir-Fundstelle Zazafotsy (Madagaskar)

Auf der Straße zwischen Ambalavao und Ihosy gibt es einen kleinen, kaum zu erkennenden Abzweig nach Zazafotsy (spricht man „Sasaffuz“und heißt "weißes Kind")

Durch schwieriges Gelände:

Die Sonne ist noch nicht aufgegangen und es ist im Mai (Südhalbkugel: Winter) noch recht frisch. Der Nebel hängt noch in den Senken:

Wir wollen nicht über die Felder fahren, um nicht die karge Ernte zu gefährden. Also gehen wir zu Fuß weiter. Aber es gibt in diesen Gegenden auch noch andere Gefahren, die die Ernte kaputtmachen können - wie wir an diesem Tag noch sehen werden. Wir lassen die Autos also stehen:

Und weiter zu Fuß mit Führer und Freunden und Bekannten, die uns begleiten, wenn noch Platz in den Wagen ist.

Mehrere Augen sehen ohnehin besser… man kann sich schnell verlaufen.

Bei so wenig Wasser ist man froh sich mal ein morgendliches Bad genehmigen zu können:

Und hier sind schon die ersten „Probebohrungen“: Nicht jede Grabung ist ein Treffer.

Aufgegebene Stelle

Angekommen bei den Hütten der Miner

Man gönnt sich mal einen Morgentee

Und ein paar Meter weiter zur „Mine“:

Das scheint hier der einzige aktive Schacht zu sein. Gegraben ist hier viel:

Aber die Löcher gehen fast von alleine wieder zu. Da bedarf es kaum eines Unwetters. Diese Fundstelle ist schon mal abgerutscht.

Also die Lampe an und ab in die Tiefe:

Der Gang geht immer in Etagen runter, knickt dann in die (fast) Waagerechte, um dann wieder fast senkrecht hinunterzugehen.
Es ist sehr eng. Es ist nur ein sehr gebückter Sitzplatz möglich. Die waagerechten Gänge kann man nur robbend auf den Ellenbogen bewältigen.

Die Leute sind hier deutlich kleiner. Das sind hier keine Kinder, sondern Erwachsene, die hier unter schwierigsten Bedingungen arbeiten.

Auf die Nachfrage, warum sie Kerzen haben und normale (auch LED) Taschenlampen nicht vorhanden sind, sehr wohl aber eine Stirnleuchte, bekomme ich keine Antwort. Sie verstehen mich halt nicht. Wenig später wird aber klar warum: weil wir mit mir und den anderen Männern zu viel Sauerstoff verbrauchen und unten am Boden sich die schwereren Stickoxide ansammeln, ist die Kerze ein Stickstoffmelder.

Erst mal wird grob alles herausgeholt. Später wird dann präpariert.

Der Saphir kommt hier aus einem Glimmerschiefer (hier schwarz bis anthrazit). Ist also metamorphisch entstanden, wohl eher auch als Kontaktmetamorse , wie die unterschiedlich gefärbten Gesteine draußen am Kontakt zeigen.

Dunkelblauer Saphir-Kristall (Skalenoeder) aus Zazafotsy

Auf einmal kommt Panik auf! Die Frage von vorhin erübrigt sich. Die Kerze flackert auf einmal seltsam. Sie geht fast aus, dann geht sie wieder an: Sauerstoffmangel direkt oder Verdrängung durch die Stickoxyde (auch Kohlendoxid ist schwerer als Sauerstoff). Also schnell heraus...
Wir machen uns auf den Rückweg zu den Autos.

Und hier die Auflösung warum die Felder nicht mehr bestellt werden.

Heuschrecken!

Sie fressen bis nichts mehr da ist. Einziger Vorteil: man hat ein paar Portionen eiweißreiche Snacks, aber die Ernte ist weg!

Denn es gibt hier so gut wie keine Lebewesen: kaum zu sehen.

Die Autos schon in Sichtweite...

Und da sind wir wieder an unserem Parkplatz. Das war eine sehr schöne, interessante Tour. Jetzt machen wir Siesta. Denn es ist heiß:

Und wieder auf der Straße Ihosy – Ambalavao. Ohne den Kilometerstein würde man einfach vorbeifahren.

Nur ein Jahr später ist die Fundstelle zusammengebrochen.
Typische heraus präparierte Saphir-Kristalle von Zazafotsy: Saphir- und Rubin-Kristalle als (pseudo) hexagonale Säulen. Saphir ist aber natürlich trigonal. Besser man sagt natürlich Korund. Korund ist das Mineral mit den Varietäten Rubin (rot), Sahpir (blau), Padparadscha (pink-orange) usw.

Es ist natürlich bequemer die Funde bei Tageslicht in der Sonne zu begutachten als in der Mine

Sehr großes Saphir-Kristall (Korund). Rot entsteht hauptsächlich aus Chrom, weniger aus Mangan. Blau durch Eisen und Titan. Die Kombination an einem Kristall zeigt die verschiedenen Wachstumsschübe oder Phasen an. Eine farbgebende Substanz wird bis zu Ende verbraucht, dann wird die andere verbaut – mit den dementsprechenden Übergängen in violett.

Tönnchen-förmiger Saphir-Kristall.